direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Nicht gefährliche Bauabfälle

Im Sinne der 2017 novellierten Gewerbeabfallverordnung sind Bau- und Abbruchabfälle alle nicht gefährlichen mineralischen und nichtmineralischen Abfälle des Kapitels 17 der Abfallverzeichnisverordnung, außer Abfallarten der Gruppe 17 05 (Boden, Steine etc.).

Ziel der Verordnung ist es, den Anteil stofflich verwerteter Abfälle zu erhöhen und das Recycling zu fördern. Hierzu definiert die Verordnung strengere Getrennthaltungspflichten und zusätzliche Dokumentationspflichten. Die Getrennthaltungspflichten sollen die Behandlung der Abfallarten ermöglichen.

Für die Praxis bedeutet dies, dass mehr Container als bisher - bis zu 10 Stück - für die Getrennthaltung der Abfallarten bereitgestellt werden müssen.

Getrennthaltungspflichten

Getrennthaltungspflichten nach Gewerbeabfallverordnung

Bau- und Abbruchabfälle sind gemäß GewAbfV in den folgenden Abfallfraktionen jeweils getrennt zu halten, zu lagern, einzusammeln und zu befördern:

  • Glas (Abfallschlüssel 17 02 02),
  • Kunststoff (Abfallschlüssel 17 02 03),
  • Metalle, einschließlich Legierungen (Abfallschlüssel 17 04 01 bis 17 04 07 und 17 04 11),
  • Holz (Abfallschlüssel 17 02 01),
  • Dämmmaterial (Abfallschlüssel 17 06 04),
  • Bitumengemische (Abfallschlüssel 17 03 02),
  • Baustoffe auf Gipsbasis (Abfallschlüssel 17 08 02),
  • Beton (Abfallschlüssel 17 01 01),
  • Ziegel (Abfallschlüssel 17 01 02) und
  • Fliesen und Keramik (Abfallschlüssel 17 01 03).

Diese Getrenntsammlung ist grundsätzlich bei bei Bau-, Sanierungs- und Abbruchmaßnahmen vorgeschrieben (selektiver bzw. kontrollierter Rückbau). Ein Anteil von Fehlwürfen und Verunreinigungen von max. 5 Massenprozent gilt dabei laut der Vollzugshilfe zur GewAbfV als tolerierbar.

Die Pflicht zur Getrenntsammlung erfasst dabei nicht nur Abfälle, die bereits in getrennten Fraktionen anfallen, sondern kann auch Maßnahmen zur aktiven Trennung an der Anfallstelle einschließen.

Folgende Abbildung zeigt die Verwertungskaskade für Bau- und Abbruchabfälle entsprechend der Gewerbeabfallverordnung:

Kaskade Getrenntsammlung Bau- und Abbruchabfälle
Lupe

Getrennthaltungspflichten nach POP-Verordnung

Darüber hinaus müssen Abfälle, die persistente organische Schadstoffe enthalten, getrennt gesammelt werden, um diese Schadstoffe sicher aus dem Wertstoffkreislauf ausschleusen zu können (sog. POP-Abfälle, Beispiel: Polystyrol-Dämmmaterialien, die das Flammschutzmittel HBCD enthalten).

Maßnahmen zur Erfüllung der Anforderungen der GewAbfV

Die Pflichtenerfüllung gemäß Gewerbeabfallverordnung erfordert die Umsetzung von Maßnahmen zur Sicherstellung einer sortenreinen Sammlung und zur Vermeidung von Fehlabwürfen (max. 5 % werden toleriert). Zu den Maßnahmen zählen beispielsweise:

  • Betriebliche Unterweisungen
  • Arbeitsanweisungen
  • Betriebliche Überwachungen
  • Hinweisschilder, eindeutige Kennzeichnungen
  • anschließbare Behälter
  • gesicherte Standorte der Abfallcontainer

Dokumentationspflichten

Für jede Bau-, Sanierungs- oder Abbruchmaßnahme mit einem Gesamtabfallaufkommen ab 10 m³ Bau- und Abbruchabfälle muss eine Dokumentation angelegt und 3 Jahre aufbewahrt werden. Die Dokumentation ist auf Verlangen der zuständigen Behörde (Senatsumweltverwaltung) vorzulegen.

Die Dokumentationspflicht betrifft den Abfallerzeuger und an den Abfallbesitzer.  Auf Baustellen bedeutet dies, dass für die Erfüllung der Dokumentationspflichten sowohl der Bauherr als Abfallerzeuger (Auftraggeber) als auch der Auftragnehmer als Abfallbesitzer (das ausführende Bauunternehmen) gleichermaßen verantwortlich sind. Wer konkret die Dokumentation auf der jeweiligen Baustelle übernimmt, kann vertraglich geregelt werden.

Nähere Informationen zur Dokumentation finden Sie hier.

Weitere Infos

Weitere Informationen, z. B. zu Bußgeldern, erhalten Sie hier nach dem Login.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Kontakt:

Kontakt:

SDU
Tel 030 / 314-28888

Ansprechpartner/in bei SDU

Ihre Ansprechpartner/-innen bei SDU:

Ansprechpartner/in Goldau, Kerstin (SDU21)

Kerstin Goldau
(030) 314 - 21467
Gebäude CAR
Raum CAR 027

Download:

Download:

Links:

Links: