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Vitrinen und Bilderrahmen in Flucht- und Rettungswegen

Bilderrahmen und Schaukasten
Bilderrahmen und Schaukasten
Lupe

Flucht- und Rettungswege sollen eine Garantie für ein gefahrloses Verlassen im Alarmfall bieten. Werden in diesen Wegen brennbare und damit Brandrauch entwickelnde Dinge eingebracht, ist die Nutzbarkeit dieser Wege möglicherweise nicht mehr gegeben.

Brennbare Stoffe in Flucht- und Rettungswegen

Flucht- und Rettungswege sollen eine Garantie für ein gefahrloses Verlassen im Alarmfall bieten.
Werden in diesen Wegen brennbare und damit Brandrauch entwickelnde Dinge eingebracht, ist die Nutzbarkeit dieser Wege möglicherweise nicht mehr gegeben.

Ein Verbleiben von brennbaren Stoffen wird von der Bauaufsicht und der Berliner Feuerwehr nur dann toleriert, wenn diese so abgeschottet sind, dass von ihnen keine Brandgefahr ausgeht.
Dies kann z. B. durch spezielle Vitrinen oder  Bilderrahmen erfolgen.

Diese unterscheiden sich mitunter sehr stark durch die Materialien aus denen sie gefertigt sind.
Welche Baustoffklasse (nichtbrennbar oder schwerentflammbar nach DIN 4102) die Materialien der Vitrinen und Schaukästen besitzen müssen, richtet sich nach dem Einsatzort.

Grundsätzlich ist eine Schwerentflammbarkeit der Materialien ausreichend.
Dies ergibt sich aufgrund der rechtlichen Vorschriften, von denen Sie einen Auszug am Ende einsehen können.

Eine Nichtentflammbarkeit der Materialien muss immer dann vorliegen, wenn ein Einbringen in Hochhäuser erfolgen soll.
Fernerhin beim Einbringen in Fluchttreppenhäuser.
Sofern die Wege dieser Treppenhäuser nicht ins Freie, sondern vorher durch einen anderen Raum (z. B. Foyer) führen (BauO bln § 35 Absatz 3 Satz 3), ist dieser Raum ebenso wie ein Fluchttreppenhaus zu bewerten.
Wenn für ein Gebäude oder einen Gebäudeteil ein Brandschutzgutachten erstellt worden ist, dann kann dort möglicherweise auch eine Nichtentflammbarkeit verlangt worden sein.
Diese rechtliche Notwendigkeit ergibt sich explizit durch die Bauordnung Berlin.

Sollte sich nicht eindeutig feststellen lassen welches Material erforderlich ist, so sollte mit Blick auf die Sicherheit eine nichtbrennbare Variante gewählt werden um die Sicherheit zu erhöhen und einem eventuellem Austausch vorzubeugen.

Bei der Anbringung von Vitrinen und Bilderrahmen sind weitere Voraussetzungen sind zu erfüllen.
Die Vitrinen und Bilderrahmen müssen mit den Wänden fest verbunden sein.
Sie dürfen den Weg nicht einengen; wobei einige wenige cm erlaubt sind.
Das genaue Maß ist von weiteren Faktoren abhängig, wie z. B. Wegbreite, Anzahl der zu erwartenden Personen, Erkennbarkeit.

Ob eine Vitrine oder ein Bilderrahmen im obigen Sinn geeignet ist kann durch eine entsprechende Zertifizierung erkannt werden.
Dann ist der Nutzer auf der sichersten Seite bei einer Kontrolle keine abschlägige Bewertung zu bekommen.
Es hilft aber auch schon eine eigene Voreinschätzung.
Bestehen die anzuschaffenden Vitrinen und Bilderrahmen ausschließlich aus Metall, Glas, Aluminium also aus nicht brennbaren Stoffen, dann muss offensichtlich eine Nichtbrennbarkeit vorliegen.
Ist die Rückwand aus brennbarer Pappe müssen Zweifel vorhanden sein.
Ist Chrom verbaut, sind diese Vitrinen und Bilderrahmen aus Gründen des Umweltschutzes nicht zu verwenden.
Auch dürfen Kunststoffe, wegen ihrer im Brand entstehenden toxischen Gase, nicht Bestandteil sein.

Bei der Beschaffung und Auswahl hilft Ihnen Frau Kindermann (IV D 7).

Quellen

Recht
Recht
Lupe

Bauordnung Berlin

 

§ 35 Notwendige Treppenräume, Ausgänge

(5) In notwendigen Treppenräumen und in Räumen nach Absatz 3 Satz 3 müssen

1.     Bekleidungen, Putze, Dämmstoffe, Unterdecken und Einbauten aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen,

 

Bauordnung Berlin

§ 14 Brandschutz

Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

§ 36 Notwendige Flure, offene Gänge

(1) Flure, über die Rettungswege aus Aufenthaltsräumen oder aus Nutzungseinheiten mit Aufenthaltsräumen zu Ausgängen in notwendige Treppenräume oder ins Freie führen (notwendige Flure), müssen so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Nutzung im Brandfall ausreichend lange möglich ist.

 

(6) In notwendigen Fluren sowie in offenen Gängen nach Absatz 5 müssen

1.     Bekleidungen, Unterdecken und Dämmstoffe aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen,

2.     Wände und Decken aus brennbaren Baustoffen eine Bekleidung aus nichtbrennbaren Baustoffen in ausreichender Dicke haben.

 

§ 4 Arbeitstättenverordnung

Besondere Anforderungen an das Betreiben von Arbeitsstätten

(4) Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können. Der Arbeitgeber hat Vorkehrungen zu treffen, dass die Beschäftigten bei Gefahr sich unverzüglich in Sicherheit bringen und schnell gerettet werden können

 

Arbeitsstättenrichtlinien ASR A2.3

Nr. 4 (2) Fluchtwege, Notausgänge und Notausstiege müssen ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können

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