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TU Berlin

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Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (wie beispielsweise ein PC oder eine elektrische Pumpe) müssen grundsätzlich so betrieben werden, dass keine Gefährdungen für Beschäftigte oder Dritte entstehen können.

Nach der BetrSichV und der DGUV Vorschrift 4 hat der*die Arbeitgeber*in dafür Sorge zu tragen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel vor der ersten Inbetriebnahme und nach einer Änderung oder Instandsetzung vor der Wiederinbetriebnahme und in bestimmten Zeitabständen auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden (§14 BetrSichV, §5 (1) DGUV Vorschrift 4).

Durch den etablierten Service der Abteilung IV auf Antrag die Prüfungen der ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel für die Fachgebiete zu veranlassen, ist der Sicherheitsstand und die Brandsicherheit an der TU insbesondere in den Fachgebieten deutlich gestiegen.

Aufgrund von Personalmangel kann Abteilung IV diesen Service für die Institute und Fachgebiete bis auf Weiteres nicht mehr aufrechterhalten.
Die Institute und Fachgebiete müssen daher ab September 2020 die Prüfung der ortsveränderlichen, elektrischen Betriebsmittel selbstständig organisieren.

Das AUM 1.2 „Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel“ wurde aus diesem Grund zurückgezogen. Auf dieser Webseite werden die Anforderungen an die Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel (Fristen, zur Prüfung befähigte Personen, Beauftragung Fremdfirmen) konkretisiert.

Wer ist für die Veranlassung der Wiederholungsprüfungen verantwortlich?

Der*die Arbeitgeber*in hat für die Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel zu sorgen.

1. Für die Veranlassung der Prüfung bei ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln ist grundsätzlich die für den Bereich, in dem diese Betriebsmittel betrieben werden, verantwortliche Führungskraft zuständig

Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind solche, die während des Betriebes bewegt werden können (z.B. eine Handbohrmaschine, PC-Bildschirm oder ein Staubsauger).

Die verantwortliche Führungskraft ist die Führungskraft mit schriftlicher Übertragung der Verantwortung im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz für diesen Bereich, i.d.R. die Fachgebietsleitung oder Geschäftsführende Direktoren*innen oder Dekane*Dekaninnen.

2. Für die Durchführung von Wiederholungsprüfungen ortsfester Betriebsmittel und zur Haustechnik gehörender elektrischer Anlagen und Betriebsmittel ist IV B FT (Team Fachtechnik) verantwortlich.

Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind fest angebrachte Betriebsmittel oder Betriebsmittel, deren Masse so groß ist, dass sie nicht leicht bewegt werden können (z.B.  Werkzeugmaschinen).

Wann sind Wiederholungsprüfungen (für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel) notwendig?

Die Wiederholungsprüfung dient der Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes. Sie sind in der Gefährdungsbeurteilung festzulegen. Die Fristen sind so zu bemessen, dass entstehende Mängel, mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt werden können (§5 (1) 2. DGUV Vorschrift 4).

Bei normaler Beanspruchung (z. B. durch Umgebungstemperatur, Staub, Feuchtigkeit) sollten für ortsveränderliche, elektrische Betriebsmittel folgende Fristen in der Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden und entsprechend Anwendung finden (Siehe Tabelle 1B, DGUV Vorschrift 4):

  • in Laboren: 12 Monate
  • in Werkstätten: 12 Monate
  • in Büros: 24 Monate

Übersteigt die Fehlerquote der geprüften Geräte innerhalb eines Arbeitsbereiches mit etwa gleicher Beanspruchung (z.B. in der Werkstatt oder in den Laboren) die 2%, so ist es empfehlenswert die Prüffrist zur nächsten Prüfung zu verkürzen: für elektrische Geräte in Bürobereichen auf 12 Monate und in Laboren oder Werkstätten auf 6 Monate.

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Gefährdungsbeurteilung zur Prüftätigkeit

Vor der Durchführung der Prüfungen muss eine Gefährdungsbeurteilung zur Prüftätigkeit erfolgen und entsprechende Schutzmaßnahmen sind festzulegen. Dabei gilt es zu beachten, welchen Gefährdungen die „zur Prüfung befähigte Person“ ausgesetzt ist und welche Gefährdungen gegebenenfalls durch die Prüfung an sich bestehen können. Gegebenenfalls muss der Zutritt unbefugter Personen während der Prüfung verhindert werden oder Dauerversuche rechtzeitig unterbrochen werden.

Gefährdungen für die „zur Prüfung befähigte Person“ sind beispielsweise:

  • mechanische Gefährdungen, die vom Prüfobjekt ausgehen,
  • Lärm, optische Strahlung oder elektromagnetische Felder,
  • chemische oder biologische Gefährdungen (z.B. durch Verschmutzungen der Betriebsmittel),
  • Gefahren durch die Umgebungsbedingungen.

Führen Personen ohne Ortskenntnisse die Wiederholungsprüfung durch (z.B. Fremdfirmen) sind sie entsprechend in die Arbeitsstätte sowie Betriebsmittel einzuweisen. Es ist empfehlenswert eine Ansprechperson für die Fremdfirmen zu benennen, die während der Prüfung anwesend und/oder unmittelbar erreichbar ist.

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Wer darf die Wiederholungsprüfungen durchführen?

Bisher wurden nach Antrag aus den Fachgebieten bzw. Instituten von Abt. IV B FT geeignete Fachfirmen mit den Wiederholungsprüfungen beauftragt. Aufgrund von massivem Personalmangel kann der bisher erfolgte Service von Abt. IV B FT für die Fakultäten (Beauftragung von Fremdfirmen und Finanzierung der Prüfung) aktuell nicht mehr gewährleistet werden.

Die Prüfung der ortsveränderlichen, elektrischen Betriebsmittel muss daher nun von der verantwortlichen Führungskraft organisiert werden. Grundsätzlich kann mit der Prüfung eine geeignete Fremdfirma beauftragt werden oder die Prüfungen erfolgen durch eine am Fachgebiet/Institut tätige, zur Prüfung befähigte Person. Neben einer befähigten Person müssen dann auch die entsprechenden Prüfgeräte zur Verfügung stehen.

„Zur Prüfung befähigte Personen“ unterliegen bei der Durchführung der vorgeschriebenen Prüfungen keinen fachlichen Weisungen durch den*die Arbeitgeber*in. Zur Prüfung befähigte Personen dürfen wegen ihrer Prüftätigkeit nicht benachteiligt werden.

Die „zur Prüfung befähigte Person“ trägt die fachliche Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung. Sie legt die Art und den Umfang der Prüfung fest und trifft die Auswahl der geeigneten Mess- und Prüfgeräte.

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Welche Voraussetzungen müssen „zur Prüfung befähigte Personen“ erfüllen?

Die „zur Prüfung befähigte Person“ (in der DGUV Vorschrift 4 „Elektrofachkraft“ und in der DGUV Information 203-071 „Prüfperson“ genannt) muss aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Bestimmungen die ihm übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen können. Für die Prüfungen gemäß § 14 BetrSichV muss sie als „zur Prüfung befähigte Person“ (§ 3 (6) BetrSichV) beauftragt werden. Es empfiehlt sich die Beauftragung in schriftlicher Form vorzunehmen.

Als „zur Prüfung befähigte Person“ ist geeignet, wer folgende Anforderungen erfüllt:

  • abgeschlossene elektrotechnische Fachausbildung oder eine andere für die vorgesehenen Prüfaufgaben ausreichende elektrotechnische Qualifikation (z.B. Elektroingenieur, Elektrotechniker, Elektromeister, Elektrogeselle, Elektroniker der Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik, Informations- und Telekommunikationstechnik, Systemelektroniker, Informationselektroniker Schwerpunkt Bürosystemtechnik oder Geräte- und Systemtechnik, Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik)
  • mindestens einjährige Berufserfahrung (Errichtung, Zusammenbau oder Instandhaltung von Arbeitsmitteln mit elektrischen Komponenten, Erfahrungen bei der Durchführung wiederkehrender oder vergleichbarer Prüfungen sowie bei ihrer Auswertung)
  • zeitnahe berufliche Tätigkeit in Bezug auf die durchzuführenden Prüfungen (z. B. Reparatur-, Service- und Wartungsarbeiten und abschließende Prüfung an elektrischen Geräten, Prüfung elektrischer Betriebsmittel in der Industrie, z. B. in Laboratorien oder an Prüfplätzen, Instandsetzung und Prüfung von Arbeitsmitteln mit elektrischen Komponenten)
  • aktuelle Kenntnisse der einschlägigen Vorschriften und Bestimmungen (z. B. durch Teilnahme an fachspezifischen Schulungen oder an einem einschlägigen Erfahrungsaustausch)

Die „zur Prüfung befähigte Person“ muss mit der Durchführung der Prüfungen, den Eigenschaften der zu prüfenden elektrischen Anlagen und Betriebsmittel sowie mit dem Umgang der verwendeten Prüfgeräte vertraut sein.

Der*die Arbeitgeber*in hat dafür zu sorgen, dass sich die „zur Prüfung befähigte Person“ regelmäßig und angemessen weiterbildet.

Gemäß DGUV Information 203-071 ist folgende Abgrenzung zu beachten: Elektrotechnisch unterwiesene Personen (EUP) und Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten erfüllen nicht die vorgenannten Anforderungen an „zur Prüfung befähigte Personen“, um wiederkehrende Prüfungen von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln eigenverantwortlich durchführen zu können. Sie dürfen jedoch die „zur Prüfung befähigte Person“ bei der Durchführung der Prüfungen innerhalb eines Prüfteams unterstützen.

Mehr Information zum Fachwissen für zur Prüfung befähigter Personen: DGUV Information 203-070 „Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel –Fachwissen für den Prüfer“

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Was muss bei der Beauftragung von Fremdfirmen beachtet werden?

Bei der Vergabe an Fremdfirmen muss das Vergaberecht des Landes Berlins beachtet werden.

Für die Erstellung eines angemessenen Angebots benötigt die Fremdfirma Informationen zu:

  • notwendigen Ortskenntnissen,
  • betriebsbedingte Gefährdungen (z.B. Lärm, Gefahrstoffe),
  • erhöhten Prüfaufwand
  • Prüfaufwand (Anzahl und Art der zu prüfenden Geräte)

Das Angebot sollte neben der Prüfleistung auch das Bereitstellen von Prüfplaketten o.Ä. sowie die Erstellung von Protokollen und Berichten enthalten.

Die DGUV Information 203-071 empfiehlt nachfolgende Punkte als Vertragsbestandteile aufzunehmen:

  1. Grundlage für die wiederkehrenden Prüfungen Betriebsmittel sind § 5 DGUV Vorschrift 4 sowie § 14 der Betriebssicherheitsverordnung.
  2. Die Durchführung der Prüfung ist unter Einhaltung der nach Gefährdungsbeurteilung festgelegten Prüffristen terminlich in das Betriebsgeschehen einzuplanen und mit dem Benutzer abzustimmen.
  3. Die Prüfungen sind durch eine zur Prüfung befähigten Person nach TRBS 1203 Anhang 2 entspricht, durchzuführen. Die Befähigung der jeweiligen Prüfperson(en) ist vom Auftragnehmer vor der Auftragsvergabe dem Auftraggeber zu bestätigen.
  4. Die Prüfungen führt der Auftragnehmer eigenverantwortlich durch. Bei der Prüfung sind die relevanten elektrotechnischen Bestimmungen zu beachten.
  5. Die Betriebsmittel sind zusätzlich bezüglich der Eignung für die jeweiligen Einsatzbereiche zu überprüfen.
  6. Alle zur Gefährdungsbeurteilung benötigten Prüfergebnisse sind zu erfassen und dem Auftraggeber zukommen zu lassen.
  7. Bestandslisten der zu prüfenden Betriebsmittel sind auf den aktuellen Stand zu bringen. Diese können zur Dokumentation der Prüfung verwendet werden.
  8. Die Kennzeichnung der bestandenen Prüfung, z. B. Prüfplakette, muss gut erkennbar und dauerhaft an dem Prüfgegenstand angebracht werden. Folgende Angaben soll die Kennzeichnung mindestens ausweisen:

    • Nächster Prüftermin
    • Prüfgrundlage (z. B. VDE 0701-702 oder VDE 0105-100) oder DGUV Vorschrift 4

  9. Abgelaufene Kennzeichnungen vorheriger gleichartiger Prüfungen sind zu entfernen.
  10. Betriebsmittel, welche die Prüfung nicht bestanden haben, sind deutlich als unsicher zu kennzeichnen und der weiteren Verwendung zu entziehen. (Der Auftraggeber oder die Führungskraft, in deren Verantwortungsbereich geprüft wird, muss die dazu notwendigen organisatorischen Festlegungen treffen.)

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Dokumentation und Prüfplaketten:

Das Ergebnis der Wiederholungsprüfung ist zu dokumentieren.

Die Dokumentation der Prüfung muss gemäß DGUV Information 203-071 mindestens folgende Informationen enthalten:

  • eindeutige Identifikation der elektrischen Anlage und des Betriebsmittels, z. B. Typ, Hersteller, Inventarnummer, Barcode
  • Datum und Umfang der Prüfung (Normengrundlage)
  • Prüfanlass (Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme;
  • Wiederkehrende Prüfung; Prüfung nach Instandsetzung)
  • Prüfergebnis
  • Prüffrist
  • Prüfperson, Prüfteam
  • verwendetes Prüf- und/oder Messgerät
  • Unterschrift oder elektronische Signatur der Prüfperson

Außerdem muss sie auch notwendige Hinweise zum Weiterbetrieb enthalten, z. B. Nachrüstung oder Mängelbeseitigung, Stilllegung. Die Verantwortung für den Weiterbetrieb trägt der*die Arbeitgeber*in.

Mögliche Dokumentationsformen sind: Prüfprotokoll oder Prüfbericht, Prüfbuch, Gerätekartei, Anlagenordner oder Datenbank.

Prüfplaketten oder Prüfbanderolen verdeutlichen dem Benut­zer des elektrischen Arbeitsmittels den Prüfstatus (durch Angabe des Zeitpunktes der nächsten Prüfung). Sie sollten an dem Prüfobjekt befestigt sein und einen Verweis auf die DGUV Vorschrift 4 oder die geeignete VDE-Norm enthalten.

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Relevante Rechtsquellen und berufsgenossenschaftliche Regelungen:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG),
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV),
  • Produktsicherheitsgesetz (ProdSG),
  • TRBS 1201 „Prüfungen und Kontrollen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“
  • TRBS 1203Zur Prüfung befähigte Personen“
  • DGUV Vorschrift 4 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (DGUV Vorschrift 4)
  • DGUV Information 203-071 „Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel - Organisation durch den Unternehmer“

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(030) 314 - 24331
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(030) 314 - 21610
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